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Börsenpsychologie Home Bias

Heute startet die neue Beitragsserie: Börsenpsychologie!

Dabei gehe ich auf verschiedene psychologische Phänomene ein, die in Verbindung mit der Börse vorkommen.

Ein Klassiker ist hierbei die kognitive Verzerrung (engl. bias).
Diese ist eine fehlerhafte Neigung beim Urteilen, Erinnern, Denken und Wahrnehmen. Meist kommen diese unbewusst vor, weswegen es sehr nützlich ist, wen du dir über diese bewusst bist und sie bei deinem Vorgehen an der Börse reflektieren kannst.

Schon Kostolany sagte einst:
„Die Börse reagiert gerade mal zu zehn Prozent auf Fakten. Alles andere ist Psychologie.“

Nun zum Home Bias:

Definition

  • „Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.“ Sprichwort
  • Home-Bias bezeichnet das Phänomen, dass Anleger ihr Geld im Heimatmarkt überproportional gewichten
  • Mögliche Gründe: Patriotismus, Informationsdefizite, vermeintliche Vertrautheit, Kontrolle oder auch Nähe

Bedeutung für die Anlegerpraxis

  • Ein deutscher Anleger investiert größtenteils in deutsche Indizes wie z.B. den DAX (Aktien, ETFs usw.)
  • Der Anteil deutscher Aktien in einem durchschnittlichen deutschen Anlegerdepot soll nach Berechnungen der Deutschen Bank bei mehr als 50 Prozent liegen. (2019)

Risiken

  • Volles politisches und wirtschaftliches Risiko, konzentriert auf eine Nation
  • Beispiel: DAX besteht aus nur 30 Titeln und hohe Abhängigkeit vom Automobil- (VW, BMW Daimler..) und Industriesektor (BASF, Siemens, Continental..)
  • Auslassen von Chancen starker Standorte wie den USA, China, Japan usw.

Lektion

  • Eine breite Streuung sowohl mit Branchen als auch Regionen auf der Welt ist sinnvoll (z.B. mit ETFs: MSCI World und MSCI Emerging Markets)
  • Eine hohe mediale Präsenz heimischer Unternehmen ist normal und bedeutet keine überdurchschnittliche Attraktivität
  • Tipp: Vergleiche gute deutsche Unternehmen mit internationalen Konkurrenten: Wer ist besser, oder lohnt sich eine Investition in beide?

Deutschland gilt in diesem Beitrag als Beispiel. Der Home-Bias ist natürlich weltweit verbreitet.
Australien und Kanada sind beispielsweise Spitzenreiter im Besitz heimischer Aktien.

Im Sinne der breiten Streuung ist es meiner Ansicht nie sinnvoll, sein Depot nur auf eine Region zu begrenzen. Die Chancen, die einem mit einer Investition in andere Kontinente entgehen, wären mir viel zu schade. Darüber hinaus ist eine Fokussierung auf nur eine Region tendenziell eher risikoreicher als eine regional breite Streuung. Die leichteste Form der Diversifikation ist das investieren in den ETF MSCI World oder MSCI Emerging Markets. Wer aktiver und selbstständiger sein möchte,  investiert in internationale Aktien.

❓ Erkennst du dich im Home Bias wieder oder kennst wen, bei dem dies zutrifft?

Ich freue mich über deine Meinung in den Kommentaren

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Keine Anlageberatung oder Kaufempfehlung, lediglich meine Meinung, daher keine Haftung! Unbezahlte Werbung da Markenerkennung.

Quellen:
manager magazin
weltsparen.de

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