Börsenadler Aktienanalyse

Börsenpsychologie: Anker-Effekt

Börsenpsychologie!

In dieser Beitragsserie gehe ich auf verschiedene psychologische Phänomene ein, die in Verbindung mit der Börse vorkommen.

Heute geht es weiter mit der Episode 4 von Börsenpsychologie: Der Ankereffekt

Ähnlich wie der „Home Bias“ und das „Noise Trading“ oder dem „Endowment-Effekt“ ist auch der Anker-Effekt ein weit verbreitetes Phänomen an der Börse.

Aufgrund dessen fallen auch hier vor allem Anfänger und nicht rational Handelnde Anleger (Fundamentaldaten) auf die Tücken dieses Effektes rein.

Definition

  • Effekt, bei dem Menschen bei bewusst gewählten Zahlenwerten von momentan vorhandenen Umgebungsinformationen beeinflusst werden, ohne dass ihnen dieser Einfluss bewusst wird
  • Das Urteil orientiert sich an einem willkürlichen Anker. Die Auswirkung ist eine Verzerrung in Richtung des Ankers.

Bedeutung für die Anlegerpraxis

  • Bsp.: Der Anleger sieht den Höchststand eines Kurses und geht davon aus, dass dies die Benchmark ist und es irgendwann wieder dort hingeht, was nicht garantiert ist!

Risiken

  • Irrationale Entscheidung aufgrund der Hoffnung: „Es ist bei dieser Aktie etwas anderes“ (Bsp. Kursfall Wirecard)
  • Kein Fokus auf die Bewertung der aktuellen Situation, was im schlimmsten Fall den Griff in ein fallendes Messer bedeuten könnte (Aktie mit Höchstständen aus alten Tagen)

Börsenadler-Tipp:

  1. Die Fundamentaldaten ändern sich täglich /wöchentlich /monatlich/ quartalsweise/ jährlich.   Eine Bewertung des Unternehmens sollte immer wieder erneut bei wiederholter Betrachtung bedacht werden.
  2. Eine Krise, ein Skandal oder eine Innovation eines Unternehmens/Branche mischen oft die Karten neu
  3. Kurse aus der Vergangenheit sind in den meisten Fällen kein Parameter für die Zukunft
  4. An der Börse wird die Zukunft gehandelt, nicht die Vergangenheit

Wo findet der Anker Effekt sonst noch Anwendung?

➡️ Kauf / Verkauf eines Gutes

➡️ Gehaltsverhandlung

➡️ Beispiele oder Präzedenzfälle aus der Vergangenheit um eine Entscheidung vor z.B. einem Gericht herbei zu führen

Wer etwas verkaufen möchte, setzt erstmal einen wesentlich höheren Preis an, was das Gut vermeintlich wertvoller macht. Ein gewisser Puffer ist hier mit eingerechnet aber vor allem orientiert sich die Verhandlung an diese Marke, was sich positiv für den Verkäufer auswirken könnte.

Fazit: Stets in Frage stellen, wo und warum die gesetzte Marke in einem Szenario sich befindet und auf Umgebungsinformationen acht geben!

❓Erkennst du dich im Anker-Effekt wieder oder kennst wen, bei dem dies zutrifft? Schreibs mir in die Kommentare ✍

Ich freue mich über deine Meinung in den Kommentaren

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